Wu Shu heißt Kampfkunst. In Deutschland ist eher der Begriff Kung Fu verbreitet. Würde man in China sagen, ich mache Kung Fu, so kann das zu Verwechslungen führen. Denn auch ein guter Koch hat bzw. kann Kung Fu, ohne das damit gemeint ist, dass er kämpfen kann.

Kung Fu sollte immer mit einem Stil verbunden genannt werden. Also Hung Gar Kung Fu, Shaolin Kung Fu und so weiter.

Wu Shu führt zu keiner Verwechslung! Wu Shu unterteilt sich in das "moderne Wu Shu", welches als wettkampforientierter Sport, ohne kämpferischen Hintergrund abgetan wird. Ferner in das klassische, traditionell überlieferte, kampforientierte System. Entstanden ist das "moderne Wu Shu" nach der Kulturrevolution.

Die Kulturrevolution hatte das Ziel, die alten Wertvorstellungen des feudalen Kaiserreiches, die Kultur, Religion und Wissenschaft umfassten abzuschaffen und durch neue, an der kommunistischen Idee gekoppelte zu ersetzen. Traditionelles und Religiöses sollte vernichtet werden. Es sollte alles neu und zum " Wohle aller " sein.

Vor der Revolution gab es nur das klassische Wu Shu. Es war kampforientiert und sehr effektiv. Während der Kulturrevolution wurde diese Kunst, weil sie traditionell und damit verboten war, nur heimlich hinter verschlossenen Türen gepflegt.

Die chinesische Regierung erkannte bald, das ein großer Teil der chinesischen Kultur und Geschichte verschwand. Sie entschied die traditionellen Kampfkünste wieder zuzulassen. Allerdings in gemäßigter Form, also ohne kämpferische Handlungen. Es gab immer noch Kampftechniken und auch Waffen, diese wurden jedoch nicht unbedingt kampftauglich eingesetzt. Eben frei nach dem Motto: Wozu Kampf Mann gegen Mann, wenn doch sowieso alles zum Wohle aller geschehe?

Anfang der achtziger Jahre erkannte man, dass man der der Tradition nicht genüge tat. Das Wu Shu war zu einem extrem tragischen und tänzerischen Element degradiert worden. So wurden die aggressiven und kampforientierteren Ausführung der Formen wieder aufgenommen und gepflegt.

In dieser Zeit ist sicher Einiges an Techniken und Wissen verlorengegangen. Ich betrachte die Entwicklung, dass Wu Shu Olympiadisziplin werden soll, mit gemischten Gefühlen. Einerseits wird es diese wunderbare Kampfkunst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und sicher ein neues Hoch erleben. Andererseits werden viele Schulen nur noch die standardisierten Wettkampfformen unterrichten. Hier sehe ich die Gefahr das Techniken und alte Stile und Formen in Vergessenheit geraten könnten.

Wu Shu wird unterteilt in:

Formen (Tao Lu)

  • Bei quan (Nordfaust)
  • Nan quan (Süfaust)
  • Chang quan (Langfaust)
  • Zui quan (betrunkene Faust)
  • Ying shao quan (Adlerfaust)
  • Hou quan (Affenboxen)
  • Tang lang quan (Gottesanbeterin)
  • Quan Shu (waffenlose oder Faust - Formen)
  • Qi Xie (Waffenformen)
  • Dui Lian (Partnerformen)

    Formen werden unterschieden.
  • Bei quan = Nordfaust & Nan Quan = Südfaust

Waffen:

  • Es gibt im Wu Shu sehr viele Waffen, die man erlernen kann.
  • Die gebräuchlisten sind:
  • Gun (Stock)
  • Dao (Säbel)
  • Jian (Schwert)
  • Qiang (Speer)

    Ich unterrichte des weiteren:
  • San Jie Gun (3-teiliger Stock)
  • Jiu Jie Bien (9-teilige Peitsche / Kettenpeitsche )
  • Pu Dao (kleine Hellebarde)
  • Da Dao (große Hellebarde)

Innere Stile

  • Taiji Quan
  • Qi Gong

Kampf

  • San Da Freikampf (Leichtkontakt)
  • San Shou (Vollkontakt mit Schutzausrüstung)
  • Kou Shu (Vollkontakt ohne Schutzausrüstung)
  • Wi Wei Shu (Selbstverteidigung).

Erlaubt sind Hand und Fußtechniken zum Körper, Fußfeger, Hebel und Würfe. Verboten sind Ellenbogen Kopf und Kniestöße, offnene Handtechniken, Angriffe auf Rücken und Gelenke.

Kämpfe werden auf einer 80cm hohen und 8 x 8 m breiten Fläche ausgetragen.

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Weitere Informationen unter: Mobil 0171/243 63 90

Email: info@kampfkunst-ensemble.de